Korsika

Samstag, 7. Oktober bis Samstag, 21. Oktober 2017

Wir starten unseren Korsika-Urlaub zum Beginn der Herbstferien in der Schweiz. An diesen Tagen wird der Gotthard-Tunnel Richtung Süden erfahrungsgemäss sehr stark frequentiert, von daher nehmen wir einen Umweg von 50 km über den San Bernardino in Kauf. Wir kommen sehr gut durch, der einzige Stau wird durch Schafe verursacht, die sich irgendwie verselbständigt haben und nun umherirren. Es ist lustig anzusehen, wie Menschen hinter den Schafen herlaufen, um diese auf den richtigen Pfad zu bringen. Nach ca. 10 Minuten ist die Show vorbei und es geht weiter.

Bevor wir nach Korsika übersetzen, möchten wir uns Pisa anschauen. Den schiefen Turm muss man ja einmal gesehen haben, bevor er irgendwann umfällt. Als Unterkunft haben wir einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Toskana gebucht, der im Nebenerwerb auch Gästezimmer bzw. Appartements anbietet. Diese Betriebe werden über das Portal Agriturismo vermarktet und sind als Alternative zu Hotels oder Pensionen wirklich zu empfehlen.

Unser Domizil ist das Pane e Vino, das ca. 30 km von Pisa entfernt liegt. Am späten Nachmittag und nach ca. 600 km Autofahrt erreichen wir den Betrieb. Gino erwartet uns schon und nimmt uns in Empfang. Die Verständigung ist etwas schwierig, Gino spricht nur brockenweise Englisch, aber mit Zeichensprache, Kopfnicken und Lachen (auch wenn man nichts versteht) kommt man immer durch.

Den Nachmittag verbringen wir am schönen Pool, bevor wir uns zum Abendessen bei Gino und Sabina begeben.


Sonntag, 8. Oktober 2017: Pisa

Nach dem Frühstück fahren wir zum Bahnhof nach Rosignano, für die 15 km benötigen wir ca. 20 Minuten. Ursprünglich wollten wir mit dem Auto nach Pisa fahren, aber die Innenstadt von Pisa ist für den Fahrzeugverkehr gesperrt und somit hätten wir das Auto vor der Stadt parken müssen. Von der Zeit wäre es also kein grosser Vorteil gewesen. Der Zug ist pünktlich, für die 30 km nach Pisa benötigt er eine halbe Stunde mit einem Stop in Livorno.

Vor dem Bahnhof in Pisa fallen wir in eine grosse Menschenmenge, nach kurzer Zeit stellen wir fest, dass es sich um Pisaer Fussballfans handelt, die sich Fahnenschwingend und laut singend mit Enthusiasmus auf ein Auswärtsspiel vorbereiten. Gut, dass wir nicht in dem Zug sitzen müssen. Mich als ausgewiesenen Fussballexperten interessiert natürlich gleich, in welcher Liga Pisa spielt. Der AC Pisa spielt mittlerweile in der 3. italienischen Liga, 1968 waren sie sogar einmal für eine Saision erstklassig. So viel zu dieser wichtigen Information.

Vom Bahnhof laufen wir nun nordwärts den Menschen hinterher, queren den Arno und stehen nach ca. 30 Minuten vor dem Schiefen Turm. Etwas imposanter hatten wir uns dieses Bauwerk schon vorgestellt, aber zumindest ist er mit seinen 55 m Höhe wirklich schief. Wir starten mit den obligatorischen Fotos, die den Eindruck erwecken sollen, dass man den Turm mit der flachen Hand stützt bzw. wegschiebt. Die Herausforderung besteht im Wesentlichen darin, einen freien Platz zu finden, der nicht von Asiaten belegt ist.

Den Aufgang zum Turm ersparen wir uns, zumal nur alle 15 Minuten eine Gruppe von maximal 40 Personen diesen betreten kann. So spannend wird das nun auch nicht sein, dass man da unbedingt aufsteigen muss.

Das Wetter ist angenehm mild, zwischen der Marmorkathedrale und dem Baptisterium legen wir uns auf die Grünfläche und dösen etwas vor uns hin.

Pisa ist nicht wirklich gross, aber die Atmosphäre, die Lage am Arno und die vielen Piazzas sind wirklich schön. Wir bummeln durch die Gassen und schlagen uns irgendwann wieder zum Bahnhof durch. Am späten Nachmittag fahren wir dann mit dem Zug wieder zurück nach Rosignano.

Den Abend verbringen wir in Castiglioncello und kehren spätabends in die Unterkunft zurück.


Montag, 9. Oktober bis Mittwoch, 11. Oktober 2017: Über Livorno nach Korsika

Wir brechen unsere Zelte im Pane e Vino ab, verabscheiden uns von Gino und seiner Frau und steuern Livorno an. Die Fähre nach Bastia geht um 14.00 Uhr, wir haben noch etwas Zeit und schauen uns die Stadt an. Livorno ist geprägt vom Handels- und Fährhafen, darüber hinaus legen hier auch Kreuzfahrtschiffe an.

Die Fähre legt pünktlich ab, die Überfahrt dauert 4 Stunden, wir machen es uns an Deck bequem. Wir legen gegen 18.00 Uhr in Bastia an, es wird langsam dämmrig. Bis nach Ghisonaccia zu unserer Unterkunft in der Residence u Quarciu sind es 90 km, die Fahrt dauert ca. 1,5 Stunden. Als wir ankommen, ist es stockdunkel. Die Maitresse telefoniert mit dem Vermietungsbüro, kurz darauf kommt eine Frau zur Schlüsselübergabe. Wir stellen fest, dass wir in der Anlage nahezu die einzigen Menschen sind, das ist schon ein komisches Gefühl. Nun ja, es ist fast Saisonende und die Franzosen machen wohl doch eher im Sommer Urlaub als im Spätherbst.

Die Unterkunft ist super, wir haben sogar einen kleinen Pool und einen eigenen Bootsanleger. Mit den Paddelbooten können wir zum nahen Strand rudern, das ist sehr komfortabel.

Die nächsten beiden Tage verbringen wir in der Unterkunft, am herrlichen Strand mit ausgedehnten Strandspaziergängen sowie in der näheren Umgebung. Am Strand gibt es ein schönes Restaurant, in dem Muscheln angeboten werden. Die entpuppen sich als wahre Leckerbissen, vor allem für den Junior.


Donnerstag, 12. Oktober 2017: Bonifacio

Genug entspannt! Heute geht es wieder auf Tour. Wir fahren nach Bonifacio an der Südspitze Korsikas. Die Stadt mit den historischen Gebäuden direkt an der 70 m hohen Steilküste liegt 12 km von Sardinien entfernt. Wir legen die 90 km in 2 Stunden zurück und erreichen Bonifacio mittags. Wir parken an der Zitadelle und haben schon einmal eine tolle Aussicht auf den Yachthafen. Im Anschluss bummeln wir durch die phantastische Altstadt und sind froh, dass Nachsaison ist, in den Sommermonaten soll es hier ziemlich überlaufen sein.

Am Nachmittag wandern wir bei heissen Temperaturen von Bonifacio aus an der Steilküste entlang zum Leuchtturm von Pertusato, der direkt an der Südspitze liegt. Von hier ist Sardinien zum Greifen nahe.

Auf dem Rückweg machen wir die seltene Bekanntschaft mit einer Gottesanbeterin, die direkt vor uns auf dem Weg liegt und wahrscheinlich, so der Name, zu Gott betet. Sie lässt sich nicht stören und wir können einige schöne Fotos schiessen.

Auf dem Rückweg nach Ghisonaccia legen wir noch einen Badestop am Plage de Santa Giulia ein, schauen uns danach Porto Vecchio an und kehren im Dunkeln zur Unterkunft zurück.


Freitag, 13. Oktober 2017: Cascades des Anglais

Heute ist Wandern angesagt. Ziel sind die Cascades des Anglais, die englischen Wasserfälle. Benannt sind sie nach den ersten englischen Touristen, die 1869 durch die Erschliessung der Bahnlinie Ajaccio-Vizzavona in diese abgeschiedene Gegend kamen.

Startpunkt der Wanderung ist der Bahnhof von Vizzavona im zentralen Bergland von Korsika. Von Ghisonaccia beträgt die Entfernung ca. 55 km. Wir fahren die D344 Richtung Ghisoni und erfahren sehr schnell, dass Korsika zu 86% aus Bergland besteht. Die teilweise sehr enge Gebirgsstrasse durch die scheinbar unberührte korsische Natur lädt immer wieder zu kurzen Fotostopps ein. Die Aussichten sind phantastisch, dazu der blaue Himmel und Sonnenschein.

Nach etwa 2 Stunden erreichen wir Vizzavona. Am Bahnhof hält gerade der Zug, der die Hauptstadt Ajaccio im Westen mit Bastia im Norden verbindet. In dieser Zeit verkehrt die Bahn 2 mal täglich, da muss man sich sputen, diese nicht zu verpassen. Neben Einheimischen wird die Bahn verstärkt von Wanderen genutzt, die auf dem berühmten Fernwanderweg GR20 von Süd nach Nord die Insel queren und teilweise Etappen mit dem Zug abkürzen.

Die Wanderung ist nicht anspruchsvoll, sie führt zunächst durch schattigen Buchenwald. Nach und nach wird die Natur steiniger, urtümlicher und faszinierender. Nach etwas 3,5 km sind wir am Ziel, die englischen Wasserfälle sind erreicht. Während das Oberhaupt und der Junior sich sportlich mit Klettern betätigen. legt sich die Maitresse zur Ruhe und entspannt in der warmen Sonne. Zwischenzeitlich tauchen ein paar Menschen auf, machen ein paar Fotos und verschwinden wieder. Korsika ist zu dieser Jahreszeit im Spätsommer wirklich sehr einsam.

Auf dem gleichen Weg geht es zurück nach Vizzavona. In einem Cafe am Bahnhof gönnen wir uns einen Snack sowie einen Capuccino. Hin und wieder kommen schwerbepackte GR20-Wanderer und machen ebenfalls Rast, bevor sie wieder aufbrechen, um das nächste Tagesziel zu erreichen.

Am späten Nachmittag geht es durch das korsische Bergland wieder zurüch Richtung Küste im Osten. Hin und wieder begegnen uns auf der Fahrt die halbwilden korsischen Hausschweine, die in der freien Natur nach Futter suchen. Als Autofahrer muss man damit rechnen, dass einem hinter der nächsten Kurve diese Hausschweine oder auch Esel gegenüberstehen.


Samstag, 14. Oktober 2017: Mühlweg bei Pietraserena

Unser heutiges Ziel ist der Mühlenweg bei Pietraserena. Irgendwo im Internet habe ich mir die GPX-Datei für diese Wanderung heruntergeladen, ich weiss allerdings beim besten Willen nicht mehr die Adresse. Auch die Beschreibung des Weges kann ich nicht mehr reproduzieren, sie ist unauffindbar. Die einzige Quelle für diese Wanderung scheint der Michael Müller Verlag zu sein, hier kann man einen kostenpflichtigen Wanderführer erwerben, in dem auch dieser Weg beschrieben ist. Nun ja, viel gibt es über diesen Weg auch nicht zu berichten, wir fanden ihn insgesamt schrecklich.

Von unserer Unterkunft starten wir am späten Vormittag nach Aleria Richtung Norden. In Aleria zweigen wir links auf die T50 ab, bevor es auf der D14 rechts nach Pietraserena geht. Die Strecke beträgt insgesamt 45 km, wir benötigen ca. 1 Stunde. Gegen Mittag zur Siestazeit erreichen wir den Ort, fahren zwecks Parkplatzsuche einmal durch und halten dann am Ortsausgang bei einer Baustelle. Wir ziehen unsere Wanderschuhe an, schultern den Rucksack und machen uns auf Richtung Kirche zur Ortsmitte, hier soll der Startpunkt des Mühlenweges ausgeschildert sein.

Wir werden fündig, öffnen ein Gatter und wundern uns bereits nach 100 m über den Zustand des Weges. Es scheint, als ob hier in den letzten 20 Jahren kein Mensch war, der Weg ist teilweise zugewachsen, Bauschutt findet sich auch ab und zu. Wir denken uns, es wird schon besser werden, zumal der Mühlenweg an der Kirche ja auch ausgezeichnet ist. Die Hoffnung trügt, der Weg wird immer schlimmer, darüber hinaus treiben sich hier wohl auch des öfteren Wildschweine herum. Die Schweine pflügen den Weg auf der Suche nach Essbarem regelrecht um. Instinktiv wird man wachsamer, jedes Geräusch im Busch könnte ja ein Wildschwein sein, das nun gleich herausbricht und den  Kampf mit den menschlichen Eindringlingen sucht. Das Oberhaupt besorgt sich auf jeden Fall schon einmal einen dicken Knüppel, der Junior schliesst sich an. Die Nahkampfausbildung, die das Oberhaupt einmal bei der Bundeswehr genossen hat, muss sich doch irgendwann einmal bezahlt machen.

Trotz angespannter Verteidigungshaltung erscheint kein Wildschwein, wir schreiten den Weg abwärts voran. Teilweise wird es rutschig und schlammig, die Maitresse möchte am liebsten umdrehen. Nach 1 Stunde erreichen wir die Mühle, nach der der Weg beschrieben ist. Die Mühle ist genauso zugewachsen wie der Weg, es gibt keinen Hinweis auf die Historie, gar nichts. Angeblich soll das Umfeld hier zum Baden und Entspannen einladen, uns hält hier aber nichts mehr und wir laufen den Weg zurück, nun aber recht mühsam bergauf. Wir sind froh, als wir den Startpunkt wieder erreichen und lassen uns erst einmal auf dem Kirchplatz zu einer Rast nieder. Unser gemeinsames Fazit lautet: Es war der schlechteste Wanderweg, den wir jemals beschritten haben. Absolut nicht zu empfehlen.


Sonntag, 15. Oktober 2017: Calvi

Heute ist Sonntag, die Dame des Hauses muss den Urlaub geschäftsbedingt für 2 Tage unterbrechen und nach Zürich zurückfliegen. Der Flug geht um 14.00 Uhr ab Calvi direkt, wir starten am frühen Morgen in Ghisonaccia. Die Entfernung nach Calvi beträgt 150 km, wir queren die Insel im Prinzip einmal. Es ist sehr wenig Verkehr, die Schnellstrasse ist sehr gut ausgebaut und wir kommen ohne Probleme in Calvi an. Zwischendurch halten wir immer wieder an phantastischen Aussichtspunkten an, um diese fotografisch festzuhalten.

Calvi ist ein sehr bekannter Touristenort und seit den 1960er Jahren der meistbesuchte Ort Korsikas. Wir bummeln durch die Stadt, erklimmen die Zitadelle, von der man eine herrliche Aussicht auf den Yachthafen und das korsische Bergland hat. Die Zitadelle dient u.a. wie so viele in Frankreich als Standort der Fremdenlegion.

Am Yachthafen gönnen wir uns in einem Eiscafe noch eine wunderbare Portion Eis, bevor uns die Maitresse pünktlich um 14.00 Uhr mit dem Flieger verlässt. Der Junior und ich kehren auf der gleichen Route nach Ghisonaccia zurück, bedingt durch das herrliche Wetter steuern wir dort unmittelbar den herrlichen Strand an und geniessen den Rest des Tages.


Montag, 16. Oktober bis Dienstag, 17. Oktober 2017: Sonne, Strand, Wasser

Die Maitresse ist in Zürich, somit sind der Junior und das Oberhaupt alleine auf sich gestellt. Das Wetter ist super, somit verbringen wir die nächsten beiden Tage mit Strand, Baden, Sport und sonstigen Aktivitäten.


Mittwoch, 18. Oktober 2017: Monte Renoso

Kurz vor Urlaubsende möchten wir uns noch einmal richtig sportlich verausgaben, von daher nehmen wir den Monte Renoso bei Ghisoni ins Visier. Der Monte Renoso ist mit 2.352 m der fünfthöchste Berg Korsikas und soll relativ einfach zu erklimmen sein.

Wir starten frühmorgens Richtung Ghisoni, nach Passieren des Ortes geht es links auf der D69 weiter, bis es nach einigen Kilometern auf der D169 rechts zum Ski Resort of Ghisoni abzweigt. Die Strasse zum Resort ist sehr kurvenreich, nach kurzer Zeit wird aus der Strasse eine Schotterpiste. Am Resort angekommen sehen wir Menschen, zu dieser Jahreszeit sehr ungewöhnlich. Es sind aber keine Wanderer, sondern nur Bauarbeiter, die die Anlagen wohl für den Winter präparieren. Uns war bis dato nicht bekannt, dass man auf Korsika auch Ski laufen kann, aber die 2000er bieten sich wohl dafür excellent an. Wir parken unser Fahrzeug, schultern die Rucksäcke und marschieren gemäss unseren GPS-Daten los. Die Wanderwege auf Korsika sind nicht durch Farbmarkierungen, sondern durch Steinmännchen gekennzeichnet. Da muss man doch schon öfters seine Augen offen halten, um nicht vom Weg abzukommen.

Die Tour beträgt hin und zurück ca. 8 km, als Zeit sind 3 Stunden veranschlagt, na ja, wir benötigen mit Pausen und Fotosessiosn doch etwas länger. Der Weg führt in 2.089 m Höhe am schönen Bastani-See vorbei, dann am Grat entlang zum Gipfel. Die Aussicht von dort ist fantastisch, Korsika ist wirklich eine Gebirgsinsel. Am Gipfelkreuz legen wir eine Rast ein, eine Inschrift weist darauf hin, dass beim Aufstellen des Kreuzes seinerzeit 2 Personen tödlich verunglückt sind.

In Nachhinein erfahren wir, dass am 29. Dezember 1962 ein Flugzeug auf der Route von Bastia über Ajaccio nach Nizza ca. 50 m unterhalb des Gipfels zerschellt ist. Alle 25 Insassen der Maschine kamen zu Tode, unter ihnen auch die Basketballmannschaft von Bastia auf dem Weg zu einem Meisterschaftsspiel nach Nizza. Das ist schon ein komisches Gefühl, so dicht an der Absturzstelle gestanden zu haben.

Auf dem gleichen Weg geht es zurück. Auf halber Strecke kommt uns ein durchtrainierter Bergläufer entgegen, der nach eigener Aussage mehrmals wöchentlich den Weg zum Gipfel hoch und runterläuft. Nachdem wir unser Fahrzeug an der Skistation erreicht haben, kehrt auch gleichzeitg der Bergläufer zurück. Das ist schon eine ansprechende Leistung, da muss man den Hut ziehen, zumal es nicht auf ordentlichen Wegen, sondern über Stock und Stein geht immer mit der Aussicht, sich den Fuss zu verstauchen oder hinzufallen.

Auf der serpentinenreichen D169 geht es zurück in Richtung Ghisoni, von dort dann auf der D244 in Richtung Ghisonaccia. Unterwegs treffen wir Esel und wilde Hausschweine auf der Strasse, die sich von Autofahrern nicht gross irritieren lassen.


Donnerstag, 19. Oktober 2017: Rückreise über Florenz

So schnell geht die Zeit vorbei. Heute geht es schon wieder Richtung Heimat. Wie bereits erwähnt wollen wir uns auf der Rückreise aber noch Florenz anschauen. Als Unterkunft haben wir uns die Casale le Pergole, ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb in den florentinischen Hügeln nahe bei Florenz, reserviert.



Freitag, 20. Oktober 2017:  Der letzte Tag in Florenz

Ein herrlicher Tag in der Toskana beginnt, der Himmel ist blau, die Wetterprognose sieht tagsüber ca. 22 Grad vor. In Anbetracht der zu erwartenden milden Temperaturen empfiehlt das Oberhaupt, kurzärmlig den Weg nach Florenz anzutreten. Diese Empfehlung erweist sich als folgenschwer. Schon am Bahnhof in Pontassieve stellen wir fest, dass wir wirklich die einzigen Menschen mit kurzen Ärmeln und damit unschwer als Touristen zu erkennen sind. Auch in Italien sind die Nächte Ende Oktober bereits sehr kühl und die Morgen entsprechend. Trotzdem, es gibt kein Zurück, die Tickets für den Zug nach Florenz sind gebucht und bezahlt, also auf,

Bereits nach 15 Minuten und ca. 30 km erreichen wir Florenz, vor dem Bahnhof chartern wir den ersten Hop-On-Hop-Off-Bus, den wir bekommen können. Frohen Mutes erklimmen wir das offene Oberteil des Busses und stellen nach wenigen Metern fest: Es ist einfach saukalt und bei offenem Verdeck oben nicht auszuhalten. Also begeben wir uns in den unteren Teil des Busses und versuchen nun das Beste aus der Situation zu machen.

An der Piazzale Michelangelo oberhalb von Florenz legen wir den ersten Stop ein und verlassen den Bus. Die Temperaturen steigen ganz langsam an, dennoch ist es nach wie vor recht kühl. Hier oben an der Piazzale hat man eine herrliche Aussicht auf Florenz und die Brücken über den Arno, insbesondere die Ponte Vecchio, sind sehr schön anzusehen. Nach dieser beeindruckenden Aussicht und der üblichen Fotosession besteigen wir den nächsten Hop-On-Hop-Off-Bus und fahren Richtung Altstadt.

Der erste Weg führt uns in eine Boutique, wir sind es leid zu frieren und kaufen spontan eine Jacke, zumindest für das Oberhaupt. Der Junior und die Maitresse finden nichts Passendes, von daher zeigt sich der Hausherr grosszügig und gibt der Dame spontan die Jacke. Der Junior hat noch einen Pullover dabei, von daher passt das schon.

Florenz ist wie jeden Tag um diese Zeit am späten Vormittag schon recht voll, insbesondere die Asiaten treten wieder verstärkt in Rudeln auf und zeigen sich beim Fotografieren gewohnt rücksichtslos. Vor der Franziskanerkriche Santa Croce wundern wir uns, dass diese geschlossen ist, ausserdem stehen Carabinieri davor und passen auf, dass niemand die Absperrbänder vor der Kirche ignoriert. Wir erfahren, dass am Vortag ein spanischer Tourist in der Kirche von einem herabfallenden Deckenelement tödlich getroffen wurde, die polizeilichen Ermittlungen in der Kirche sind wohl noch nicht abgeschlossen. In der Kirche befinden sich die Grabstätten von Michelangelo, Galileo und Macchiavelli, viele Touristen besuchen von daher diese Stätte.

Die Altstadt von Florenz ist wirklich sehenswert, wir schlendern durch die vielen Gassen und über die Piazzas. Zwischendurch nehmen wir immer wieder den Bus und schauen uns Florenz vom Oberdeck aus an. Teilweise fährt der Bus durch so enge Strassen, dass man in die Fenster der Wohnungen schauen kann.

Am späten Nachmittag nehmen wir den Zug Richtung Pontassieve, der Herbsturlaub in der Toskana und auf Korsika geht nun zu Ende, Am nächsten Tag geht es mit dem Auto über Mailand, Lugano und den Gotthard zurück nach Zürich.


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